ipsl-logo

 

Der Otokar-Fischer-Preis hebt die bedeutendsten deutschen Anregungen zur Bohemistik hervor und verhilft ihnen so zu größerer Sichtbarkeit. Der neu ausgerufene Preis wird von einer deutsch-tschechischen Jury an Deutsch schreibende AutorInnen vergeben für eine außergewöhnliche Publikationsleistung auf dem Gebiet bohemistischer Forschung im weiteren Sinne, d. h. auf dem Gebiet der tschechischen Literaturgeschichte, Sprachwissenschaft, Kunstgeschichte, Architektur, Theater, Musik oder Film etc. Es wird vorausgesetzt, dass der Forschungsgegenstand „tschechisch“ in einem territorialen, keineswegs nur sprachlichen Sinne ist: Ausgezeichnet werden können gleichermaßen Arbeiten zu Literatur und Kultur der Deutschböhmen wie Studien, die sich dem Kulturtransfer zwischen beiden Ethnien widmen.

 

Für den Otokar-Fischer-Preis können gelungene Arbeiten von deutschen BohemistInnen und SlawistInnen vorgeschlagen werden, die in vergangenen drei Jahren (d. h. 2014–2016) erschienen sind. Die Auszeichnung hat keinen finanziellen, sondern symbolischen Charakter. Der Otokar-Fischer-Preis wird in Anwesenheit des Preisträgers / der Preisträgerin sowie der Jury im Prager Kampa-Museum überreicht, zusammen mit dem renommierten F. X. Šalda-Preis für Kunstkritik.

 

Obwohl die Würdigung des Lebenswerks eines Autors / einer Autorin nicht ausgeschlossen ist, liegt der Sinn des neuen Preises v. a. darin, insbesondere junge deutsche BohemistInnen und SlawistInnen in ihrem langfristigen Interesse an der tschechischen Kultur zu bestärken. Der Preis, benannt nach Otokar Fischer, einem der bedeutendsten tschechischen Bohemisten und Germanisten, einem Förderer der Etablierung des Fachs der sogenannten „Germanoslavica“, ist ebenso gedacht als Geste der Unterstützung wie Anerkennung der deutschen Bohemistik, die sich langfristig mit der drohenden Streichung von Arbeitsstellen und ganzen Instituten konfrontiert sieht.

 

Das Hauptziel der Auszeichnung deutscher Arbeiten ist es jedoch, das Bewusstsein über deutsche bohemistische Forschung zu erhöhen und ihre kontinuierliche Vermittlung ins tschechische Umfeld zu stärken: Mit der Verleihung des Otokar-Fischer-Preises an einen deutschen Forscher / eine deutsche Forscherin in Prag ist ein öffentlicher Auftritt sowie die Publikation eines größeren Ausschnitts oder einer eigenständigen Vorlesung in tschechischer Übersetzung verbunden.

 

Die Vergabe des Preises richtet sich nach den Statuten des Otokar-Fischer-Preises.

 

Das Projekt des Instituts für Literaturforschung wurde durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds im Rahmen des Deutsch-Tschechischen Kulturfrühlings 2017 unterstützt; des Weiteren wird es vom Kulturministerium sowie dem Staatsfonds für Kultur der Tschechischen Republik gefördert.

 

Der Deutsch-Tschechische Kulturfrühling 2017 ist eine grenzüberschreitende Kulturinitiative der Deutschen Botschaft Prag, des Goethe-Instituts in Prag, des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und der Tschechischen Zentren in Berlin und München in Zusammenarbeit mit dem Kulturministerium und dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Tschechischen Republik.