Aktuelles im IPSL

Mirek Němec schreibt über Václav Smyčkas Dissertation „Gedächtnis der Vertreibung“ (25. 3. 2020)

Im neuen Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums widmet sich Mirek Němec der Dissertation Václav Smyčkas mit dem Titel Gedächtnis der Vertreibung, die im letzten Jahr im trancript Verlag erschienen ist. „Smyčkas Studie inspiriert in mehrfacher Hinsicht zu weiteren Fragen und vor allem Forschungen, wobei er die Latte, nach der sich weitere Arbeiten werden messen lassen müssen, hoch gelegt hat. Weil das Thema immer noch ein beliebtes Thema von verschiedenen Qualifizierungsarbeiten ist, wird ihre Auseinandersetzung mit Smyčkas Nachdenken zu einem wichtigen Bewertungskriterium eigener Bemühungen.“

Václav Maidl schreibt über das Kleinere Büchlein von Pavel Kosatík (11. 3. 2020)

Der aktuelle Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums ist die Buchbesprechung von Václav Maidl zum „Kleineren Büchlein über deutsche Schriftsteller aus Böhmen und Mähren“ Menší knížce o německých spisovatelích z Čech a Moravy  von Pavel Kosatík, das im Jahre 2017 schon in zweiter Auflage erschien. „Pavel Kosatík ist vor allem als Autor von Biografien bekannt, die er in einen breiteren geschichtspolitischen und gesellschaftlichen Kontext einbindet. Für ein Buch über ein ganzes literarisches Gebiet (in thematischem und geografischem Sinne) musste er einen besonderen Grund haben. Dieser erwächst aus der Erkenntnis, dass die tschechische Gesellschaft trotz ihres steigenden Interesses in ihrer Gesamtheit – sei es bewusst oder unbewusst – die Existenz der einheimischen deutsch geschriebenen Literatur (beziehungsweise Kultur) nicht zu schätzen weiß. Kosatík empfindet dies als eine Schuld, die ‚beglichen werden muss‘, und beobachtet hier während fünfzehn Jahren keinen großen Wandel (das Vorwort zur 2. Ausgabe ist wortwörtlich aus der 1. Ausgabe übernommen), obwohl aus der Erweiterung des Textes und der Bereicherung der Literaturliste um weitere Titel deutlich wird, dass in der Tschechischen Republik auf diesem Gebiet in den 10er Jahren des 21. Jahrhunderts auch etwas geschehen ist und er nicht der einzige ist, der diese Schuld begleicht.“

Tea Červenková schrieb über Franz Werfel (26. 2. 2020)

Der erste Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum in der Rubrik Es schrieben in diesem Jahr ist der vergessenen vielseitigen Persönlichkeit Tea Červenkovás und ihrem Bericht über die Lesung Franz Werfels im Prager Mozarteum 1914 gewidmet. „Franz Werfel ist jung, mollig, wollig, rosig und jung, mollig, wollig und rosig ist auch sein Musenkind. Auch seine Stimme ist jung und wohl klingelnd, seine Sprechweise sehr schön. Und wenn er sein unzügeltes, draufgängerisches Temperament mit den Jahren, künstlerisch moderieren, dämpfen wird, kann er tatsächlich als Rezitator etwas bedeuten.

David Sogel schreibt über die österreichisch-tschechische Geschichte (12. 2. 2020)

Der neue Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum ist dem Buch Nachbarn. Ein österreichisch-tschechisches Geschichtsbuch gewidmet, die Niklas Perzi, Hildegard Schmoller, Ota Konrád und Václav Šmidrkal im Wiener Verlag Bibliothek der Provinz herausgaben. „Das Buch besteht aus dreizehn eigenständigen Einheiten, die von tschechischen und österreichischen AutorInnen gemeinsam verfasst wurden. Diese nicht nummerierten Kapitel sind thematisch und chronologisch geordnet und knüpfen im Großen und Ganzen an die Begriffe Nation und Staat an, wie sie in der Einleitung definiert werden (S. 11–13). Die AutorInnen sind sich laut eigener Darstellung der Problematik der Verwendung dieser Begriffe bewusst, die mit Blick auf die Staatsgebilde des 20. Jahrhunderts unterschiedlich verstanden werden und unterschiedliche Konnotationen haben können und gehen deshalb bei den Vergleichen von einer territorialen Auffassung von Staat und Nation aus (S. 12). Den Begriff Nation verstehen sie nicht als eine stabile Kategorie, denn vor 1918 gab es so etwas wie eine österreichische Nation noch nicht, im tschechischen Kontext wiederum handelt es sich um eine rein mit Sprache und historischem Gebiet verbundene Kategorie. Mit Verweis auf diesen Umstand wird in diesem Werk die Geschichte der heutigen Slowakei, Ungarn u. a. nicht herausgearbeitet, obwohl sie für eine gewisse Zeit zu einem der Staatsgebilde gehörten (S. 12).“

Der Otokar-Fischer-Preis – 3. Jahrgang (31. 1. 2020)

Das Institut für Literaturforschung vergibt in diesem Jahr bereits zum dritten Mal, erstmals zusammen mit dem Münchner Adalbert Stifter Verein einen Preis für je eine herausragende deutschsprachige und tschechischsprachige geisteswissenschaftliche Arbeit zu germanobohemistischen Themen. Ziel des Preises ist es, die bedeutendsten deutschsprachigen Arbeiten mit tschechischer Thematik auszuzeichnen und zugleich auf tschechischsprachige Arbeiten aufmerksam zu machen, die zu einer tieferen Kenntnis der Geschichte der deutschsprachigen Bevölkerung in den böhmischen Ländern beitragen. Der Preis, der nach dem bedeutenden Bohemisten, Germanisten und Förderer der sogenannten „Germanoslavica“ Otokar Fischer benannt ist, wird in Anwesenheit der Preisträger und der Jury am 21. 5. 2020 im Goethe Institut Prag feierlich überreicht. Mehr Informationen unter www.ipsl.cz/ofp, eine Pressemitteilung finden Sie hier / im Anhang. Einsendeschluss für Vorschläge ist der 21. Februar 2020.

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