Aktuelles im IPSL

Mirek Němec schreibt über den Reisebericht von Julius Payer (21. 4. 2021)

Diese Woche erscheint im Rahmen des deutsch-tschechischen E*forums ein Beitrag von Mirek Němec zum Reisebericht von Julius Payer mit dem Titel Expedice na Severní pól (im Original von 1876 Die österreichisch-ungarische Nordpol-Expedition in den Jahren 1872–1874, nebst einer Skizze der zweiten deutschen Nordpol-Expedition 1869–1870 und der Polar-Expedition von 1871), der im Verlag Dauphin 2019 in Übersetzung Jaroslav Hošeks von 1969 herausgegeben wurde. „Payers Reisebericht lässt sich auf verschiedene Arten lesen: als literarisch gelungenes und spannend geschriebenes Abenteuerbuch, als Traktat über den Sinn des Lebens, als Zeugnis von einer unzerstörten Natur, die sich heute durch menschliches Handeln und als Folge der globalen Erwärmung für immer verändert hat (der nördliche Seeweg von Asien nach Europa ist inzwischen auch für Handels- und Tankschiffe geöffnet), aber auch als ungewöhnliches kulturhistorisches Dokument.“

Tilman Kasten schreibt über Ludwig Winder (14. 4. 2021)

Der aktuelle Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums beschäftigt sich mit der Publikation Ludwig Winder – das Prosawerk. Wege aus der Unmündigkeit – eine Ethik des Handelns und der Pflicht von Chantal Puech, die im Jahre 2019 im Verlag Königshausen & Neumann erschien. „Was das zentrale Anliegen der Studie – den Nachweis einer Kohärenz des Winder’schen Werkes – betrifft, ergeben die Argumente Puechs kein Gesamtbild. Zunächst einmal ist nicht nachvollziehbar, warum Puech ihre werkgeschichtlichen Befunde dadurch schwächt, dass sie den 1937 erschienenen Roman Der Thronfolger aus inhaltlich-systematischen Gründen gemeinsam mit den vor 1933 erschienenen Roman analysiert (S. 34). Abgesehen davon wird v. a. nicht klar, inwiefern genau die vor und die nach 1933 bzw. im Exil entstandenen Werke eine werkgeschichtliche Einheit bilden.“

Reto Caluori schreibt über Peter Lotar (24. 3. 2021)

Der heutige Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums ist eine Buchbesprechung von Reto Caluori zum Buch Peter Lotar (1910–1986). Kulturelle Praxis und autobiographisches Schreiben (2019) von Michaela Kuklová. „Unter den Künstlerinnen und Künstlern, die in den Dreißigerjahren in der Schweiz Zuflucht vor der nationalsozialistischen Verfolgung suchten, befanden sich viele, welche die schweizerische Theaterszene in den Jahren ihres Exils belebten und prägten. Für die meisten blieb die Schweiz jedoch eine Zwischenstation. Nur wenige fanden hier eine neue, zweite Heimat wie der heute weitgehend vergessene Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller Peter Lotar, der zum ‚Schweizer Schriftsteller tschechoslowakischer Herkunft‘ wurde […].“

Václav Maidl schreibt über Paul Leppin (17. 3. 2021)

Der aktuelle Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums ist dem Schriftsteller Paul Leppin und der neuen Herausgabe seines Romans Severins Gang in die Finsternis gewidmet, der 2018 im Vitalis-Verlag erschien. „Die Begleittexte in der vorliegenden Vitalis-Ausgabe sind sowohl für den einfachen, als auch für einen wissenschaftlich fokussierten Leser von Nutzen. Zur visuellen Gestaltung gehört die Anwendung origineller Illustrierungen von Richard Teschner auf dem Buchumschlag und Frontispiz sowie der Abdruck der Titelseite und der ersten Seite der Ausgabe aus dem Jahr 1914 (im Anschluss an den Text zu finden). Die erwähnten Einzelheiten scheinen den Raum für eine editorische Notiz vorzubereiten, die u. a. auf kleine Eingriffe in den Text (Tippfehler, Ergänzung von Umlauten) hinweisen. Es folgen dann zwei Textabteilungen, die erste beschäftigt sich mit der Zeit, der Werkgenese und -auswirkung und die andere nimmt sich die in Leppins Roman erwähnten Orte vor, kommentiert sie erklärend und illustriert sie anhand einer reichen Fotodokumentation. Eine Rarität stellt dann der Erinnerungstext von Huga Rokyta dar, in dem von der persönlichen Begegnung mit Leppin bei dessen Autorabend im Mai 1938 berichtet wird.“

Ingeborg Fiala-Fürst schreibt über Adalbert Stifter (24. 2. 2021)

Mit dem neuen Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums möchten wir auf die Übersetzung des Buches Peter Bechers mit dem Titel Adalbert Stifter: Sehnsucht nach Harmonie / Adalbert Stifter: Touha po harmonii aufmerksam machen, das Václav Maidl ins Tschechische übertrug, und das im Jahre 2019 im Verlag Srdce Vltavy erschien. „Eigene kurze, doch prägnante Interpretationen ausgewählter Erzählungen sowie der beiden großen Romane (über die sich vor allem die Studenten freuen werden, die nicht immer bereit sind, den ganzen Stifter im Original zu lesen – ach, wie gut ich sie verstehe!) sind ein weiterer Genresplitter in Bechers Buch, und deutlich wird auch das essayistische Leitmotiv der deutsch-tschechischen Beziehungen, die sich um Stifter herum entsponnen (Becher erinnert z. B. an die zwei inhaltlich äußerst unterschiedlichen Feierlichkeiten anlässlich des 70. Jahrestags von Stifters Tod: 1938 und 1939, sowie an den verdienstvollen, jedoch national gefärbten Anteil August Sauers an der Neuentdeckung von Adalbert Stifter Anfang des 20. Jahrhunderts, an Josef Mühlberger und seine Zeitschrift Witiko, an die Instrumentalisierung Stifters in der Zeit des Nationalsozialismus und schließlich an die gemeinsamen tschechisch-deutsch-österreichischen Stifter-Projekte der letzten Jahrzehnte).“

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