Aktuelles im IPSL

Zuzana Jürgens schreibt über die Leipziger Buchmesse (10. 7. 2019)

Das deutsch-tschechische E*forum bringt den Bericht von Zuzana Jürgens über die diesjährige Buchmesse in Leipzig, wo Tschechien das Gastland war. „Die Aufmerksamkeit der Rezensent/innen konzentrierte sich auf die bereits vertrauten Namen: Jáchym Topol, Radka Denemarková, Kateřina Tučková und Jaroslav Rudiš (der durch die Nominierung seines auf Deutsch geschriebenen Romans Winterbergs letzte Reise für den Leipziger Buchpreis besonders im Vordergrund stand). Während J. Rudiš seit einigen Jahren mit seinen Büchern und anderen Aktivitäten in den deutschen Medien wahrscheinlich der bekannteste zeitgenössischer tschechischer Schriftsteller in Deutschland ist, verhält es sich bei den anderen drei anders.“

Lucie Merhautová schreibt über die Doppelpublikation von Peter Drews (27. 6. 2019)

Der neue Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum beschäftigt sich mit zwei im Jahre 2017 erschienenen Publikationen von Peter Drews Die slavische Rezeption deutscher Literatur. Die Aufnahme deutscher Belletristik in den slavischen Literaturen von den Anfängen bis 1945 und Die deutschsprachige Rezeption slavischer Literatur. Die Aufnahme slavischer Belletristik im deutschsprachigen Raum von den Anfängen bis 1945. „Die wechselseitigen deutsch-tschechischen und tschechisch-deutschen Beziehungen in den böhmischen Ländern sind für Drews eine Angelegenheit von zwei abgetrennten Gruppen, der Tschechen und böhmischen bzw. mährischen Deutschen. Den Wandel kultureller und sprachlicher Präferenzen oder das Phänomen der Mehrsprachigkeit nimmt er nicht besonders zur Kenntnis. Erstaunlicherweise verdrängt oder verschweigt der Autor die Rolle jüdischer Vermittler, ihre spezifische Stellung, ihre spezifischen Motivationen und den wachsenden Anteil dieser Vermittler an Vermittlungsversuchen, in den Literaturverzeichnissen finden sich ferner beinah keine Arbeiten, die sich diesem Thema in der letzten Zeit gewidmet haben.“

Sara Hauser schreibt über die feuilletonistische Konferenz vom September 2018 (12. 6. 2019)

Das deutsch-tschechische E*forum bringt diesmal einen Bericht über die Konferenz Prag im / Feuilleton / in Prag, die Irina Wutsdorff und Ulrike Mascher gemeinsam mit Manfred Weinberg und Štěpán Zbytovský im September 2018 organisierten. „Das Nebeneinander und der Dialog verschiedener feuilletonistischer Zugänge zum urbanen Prager Raum verdeutlichten vor allem Eines: Wie facettenreich Feuilletons komprimiert moderne Geistesgeschichte lesbar machen. Um das Forschen in diesen Zeitschleusen auszudifferenzieren, gilt es zukünftig, Digitalisierungsdesiderate zu beheben und den – auf dieser Konferenz geglückten – bohemistisch-germanistischen Austausch über die noch junge Feuilletonforschung weiter zu befördern.“

Záviš Šuman schreibt einen Luftschlosszerstörer (29. 5. 2019)

Im Rahmen des deutsch-tschechischen E*forum wird in dieser Woche der Beitrag von Záviš Šuman zu der 2017 im Verlag der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität herausgegebenen Publikation Josef Čermáks „I do daleka vede cesta… Vybrané studie z literární komparatistiky a moderní německé literatury.“ [Auch in jene Weite führt der Weg… Ausgewählte Studien zur Komparatistik und modernen deutschen Literatur.] vorgelegt. „Čermáks Methode findet – mal mehr, mal weniger – in all seinen Texten unterschiedlichster Genres Anwendung. Seien es Porträts von Freunden oder Bekannten Franz Kafkas oder von bedeutenden (jedoch bei Weitem nicht nur den bedeutendsten) Persönlichkeiten der tschechischen Vorkriegsgermanistik (einschließlich Charakterisierungen des kulturellen Milieus der Prager jüdischen Community), übersetzungswissenschaftliche Arbeiten oder Erinnerungen und Zeugnisse – Čermák stützt sich stets auf eine verlässliche (und daher überprüfbare) Faktografie, welcher oft intensive Archivrecherchen zugrundeliegen. Diese Materialbasis befähigt ihn, in polemischem Geiste unermüdlich verfälschende und von der Sekundärliteratur unablässig wiederholte Urteile, z. B. über Kafkas Tschechischkenntnisse, seine Beziehung zum radikalen Anarchismus, seine politischen Einstellungen oder seine Kenntnis der tschechischen Literatur, zu entkräften. Diese Erkenntnisse, potenziert durch eine außergewöhnliche Kenntnis der einheimischen wie auch der internationalen Kafka-Forschung, dienen ihm jedoch größtenteils nicht als Sprungbrett zu weiteren Spekulationen, sondern zielen eher darauf ab, in nüchterner Manier die Luftschlösser nicht belegter oder nicht belegbarer Hypothesen zu demontieren, auf die sich einige ideologisierende oder regelrecht sensationsheischende Auslegungen von Kafkas Werk stützen.“

Conference: Found in translation? - Ästhetische und soziokulturelle Funktionen literarischer Übersetzungen in Europa zwischen 1890 und 1939 (28. 5. 2019)

Institut für Literaturforschung lädt herzlich zu der internationalen Konferenz Found in translation? ein, die das Institut für Literaturforschung gemeinsam mit dem Masaryk Institut und Archiv der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik an diesem Donnerstag und Freitag 30.-31. Mai im Österreichischen Kulturforum in Prag veranstalten.  Die Konferenz  konzentriert sich auf die ästhetischen und soziokulturellen Funktionen literarischer Übersetzungen in Europa zwischen 1890 und 1939. Kultur- und LiteraturwissenschaftlerInnen, HistorikerInnen und TranslatologInnen werden an diesen beiden Tagen verschiedene Zugänge zu literarischen Übersetzungsprozessen in Vergangenheit und Gegenwart diskutieren sowie sich mit Fragen nach den Vernetzungs- und Transferleistungen von ÜbersetzerInnen, aber auch nach dem Scheitern von literarischen Übersetzungsprojekten im jeweiligen gesellschaftspolitischen Kontext beschäftigen. Die Konferenzsprachen sind Englisch und Deutsch.

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