Aktuelles im IPSL

Markéta Balcarová schreibt über Anna Seghers und Lenka Reinerová (10. 10. 2018)

Der neueste Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum behandelt den Sammelband „Mir hat immer die menschliche Solidarität geholfen.“ Die jüdischen Autorinnen Anna Seghers und Lenka Reinerová (2016), der von Viera Glosíková, Ilse Nagelschmidt und Sina Meißgeier herausgegeben wurde. „Die Beiträge handeln von den beiden Autorinnen, die sich persönlich kannten und ihre jüdischen Wurzeln, ihre kommunistische Gesinnung und ähnliche Schicksalslinien teilten (beide waren betroffen von der Ermordung ihrer Familienmitglieder sowie vom Zwangsexil in Mexiko während des Zweiten Weltkriegs). […] Der Sammelband enthält insgesamt neun Studien, eingeteilt in drei Sektionen mit den Titeln Text und Kontext, Existenz- und Identitätsproblematik und Sprachreflexionen.“

Walter Victor schrieb über Den Thronfolger (26. 9. 2018)

Im heutigen Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum legt Ladislav Futtera eine Buchbesprechung von Walter Victor aus dem Jahre 1937 zum Roman Der Thronfolger von Ludwig Winder vor. „In Anbetracht dessen, dass die Verbreitung von Winders Werken im Nazideutschland wegen der jüdischen Herkunft des Autors nicht in Frage kam und Der Thronfolger in Österreich aufgrund des Traditionsschutzgesetzes Ende 1937 verboten wurde, repräsentierte die Stimme von Walther Victor, neben den Bewohnern der Böhmischen Länder (eine tschechische Ausgabe erschien in der Übersetzung von František Šelepa in der Reihe Knihovna Lidových novin / Die Bücherei der Volkszeitung im April 1938), die zweitgrößte Gruppe unter den Leserinnen und Lesern des Romans, und zwar die deutschen Emigranten. Victor, der einer jüdischen Familie aus Posen entstammte, gehörte nicht zu den prominentesten, aber auch nicht zu den unbedeutenden Autoren.“

Václav Maidl schreibt über Karel Klostermann (13. 9. 2018)

Im aktuellen Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum widmet sich Václav Maidl dem Buch von Karel Klostermann Velebnost, melancholie, hrůza [Pracht, Melancholie und Schrecken], die Michal Hořejší 2016 herausgab und die eine Auswahl aus Klostermanns Erzählband V srdci šumavských hvozdů [Im Herzen des Böhmerwaldes, Grafenau, 2018] vorstellt. „Im Jahr 2016 gab Michal Hořejší eine Auswahl aus Karel Klostermanns Erzählband V srdci šumavských hvozdů [Im Herzen des Böhmerwaldes, Grafenau, 2018] heraus, die er in Anspielung auf Klostermanns Erzählung Schovanec [Der Ziehsohn] treffend Velebnost, melancholie, hrůza [Pracht, Melancholie und Schrecken] nannte. Mit diesen Schlüsselworten umreißt Hořejší einen Eindruck von Klostermanns fiktionaler Welt, wie er der tschechischen Leserschaft seit Generationen vertraut ist. Es fragt sich jedoch, ob man aufgrund der Identifikation des Lesers mit der fiktionalen Welt aus Klostermann einen Dokumentaristen machen sollte, wie Hořejší dies in seinem Vorwort tut (‚Der Autor lässt mit seinen Formulierungen ähnlich wie der Erzähler mit den genannten Vorgehensweisen beim Leser den Eindruck entstehen, das vorliegende Werk sei vor allem dokumentarischen Charakters.‘).“

Manfred Weinberg schreibt über das neueste Kafka-Buch von M. Nekula (29. 8. 2018)

Im aktuellen Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum widmet sich Manfred Weinberg dem Buch von Marek Nekula Franz Kafka and his Prague Contexts: Studies in Language and Literature (Prague: Karolinum Press, 2016), das Nekulas Texte zu Kafkas Sprache oder Kafkas Beziehung zu Prag sammelt. „Die versammelten sieben Studien sind für den Band angefertigte Übersetzungen von zuvor in Sammelbänden und Zeitschriften verstreut erschienenen Aufsätzen resp. Kapiteln aus dem auf Tschechisch wie Deutsch publizierten Buch Jazyky Franze Kafky (Praha: Nakladatelství Franze Kafky, 2003)/Franz Kafkas Sprachen (Tübingen: Niemeyer, 2003); in zwei Fällen handelt es sich um Bearbeitungen bereits auf Englisch publizierter Texte.“

Václav Petrbok schreibt über Sidonie Nádherný (15. 8. 2018)

Das deutsch-tschechische E*forum bringt eine Besprechung von dem Buch Gartenschönheit oder Die Zerstörung von Mitteleuropa: Sidonie Nádherny – Briefe an Václav Wagner (1942–1949), in dem Friedrich Pfäfflin und Alena Wagnerová die bisher unveröffentlichte Texte zur Persönlichkeit von Sidonie Nádherný zusammenstellten. „Im Vergleich mit den bereits erschienenen Editionen der Korrespondenz von Sidonie Nádherná (so die tschechische Schreibweise) mit bekannteren Adressaten, die immer wieder geistreiche Auseinandersetzungen über den Sinn der Kunst und Literatur aufweisen oder aber äußerst persönliche Bekenntnisse beinhalten, ist die vorliegende Edition vielleicht etwas weniger intellektuell geprägt, dafür aber wirkt sie nackter und authentischer. Allein der Datierung des Briefwechsels lässt sich schon viel entnehmen: Es geht um die Zeit des Zweiten Weltkriegs, als Sidonie Nádherná – nach vergeblichen Versuchen, ihren Umzug zu verhindern oder wenigstens zu verzögern (das Janowitzer Gebiet wurde dem SS-Truppenübungsplatz Böhmen zugeordnet) – doch ins nahegelegene Voračice, umziehen musste, in dem sie auch das Kriegsende erlebte.“

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