Aktuelles im IPSL

Hynek Janoušek schreibt über die Philosophie von Max Brod und Felix Weltsch (5. 12. 2019)

Der aktuellste Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum stellt die philosophische Schrift Anschauung und Begriff von Max Brod und Felix Weltsch vor, die 2017 in zweiter Auflage erschien. „Brods und Weltschs Beitrag zur Erkenntnistheorie erschien zu einer Zeit, als sich die Philosophie von der Psychologie bereits abwendete und einen anderen Weg anschlug – den Weg zur Phänomenologie und Sprachphilosophie –, er rief daher nicht die Aufmerksamkeit hervor, die er verdient hätte. Die neue Auflage der Schrift wurde mit allen zeitgenössischen Rezensionen sowie mit einer inhaltlichen, 1913 im Rahmen der Kant-Studien erschienenen Zusammenfassung der Autoren versehen.“

Ines Koeltzsch schreibt über die neuen Impulse auf dem Gebiet der Jüdischen Studien (20. 11. 2019)

Im neuesten Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum informiert Ines Koeltzsch über zwei Sammelbände, die ein wichtiges Arbeitsergebnis des Centrums für Jüdische Studien der Karl-Franzens-Universität Graz ist. Es geht um die Sammelbände Jüdische Publizistik und Literatur im Zeichen des Ersten Weltkriegs, herausgeben von Petra Ernst und Eleonore Lappin-Eppel, sowie Jewish Soldiers in the Collective Memory in Central Europe, herausgegeben von Gerald Lamprecht, Eleonore Lappin-Eppel und Ulrich Wyrwa. „Beide Sammelbände gehen auf Forschungsprojekte des CJS zurück sowie auf Tagungen, an denen zahlreiche internationale KollegInnen teilnahmen und zu dem im letzten Jahrzehnt spürbar gestiegenem Forschungsinteresse der Jüdischen Studien am Ersten Weltkrieg als einem ‚turning point‘ der europäisch-jüdischen Geschichte (Jewish Soldiers, S. 13) beitrugen. Im Mittelpunkt beider Bände steht der ‚Facettenreichtum jüdischen Selbstverständnisses‘ – das gesamte Spektrum der Kategorien ‚Erwartung – Erfahrung – Erinnerung‘ (Jüdische Publizistik, S. 8), das anhand in Vergessenheit geratener fiktionaler und dokumentarischer Texte und Bilder jüdischer AutorInnen Zentral- und Osteuropas während und nach dem Ersten Weltkrieg herausgearbeitet werden soll.“

Markus Grill schreibt über Anton Kuh (6. 11. 2019)

Mit dem aktuellen Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum stellt Markus Grill die Persönlichkeit Anton Kuhs vor, und zwar anhand der im letztem Jahr herausgegebenen ersten Biografie zu Anton Kuh aus der Feder Walter Schüblers. „Anton Kuhs (1890–1941) Rolle in der Literaturgeschichte beschränkte sich lange Zeit auf den Pointenlieferanten. Die zahlreichen witzigen Anekdoten über den jüdischen Publizisten und Stegreifredner wurden von Feuilletonisten wie von Literaturwissenschaftlern über Jahrzehnte hinweg weitergeschrieben. Dankbar bedienten sie das Bild des genialisch-schlampigen Kaffeehausdichters, der sich durch Cafés und Hotelbarsschnorrt und seinen Gönnern für jede Gefälligkeit ein Bonmot abwirft.“

Emil Saudek schrieb über Hugo Sonnenschein (23. 10. 2019)

Im neuesten Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum bringen wir ein Essay von Emil Saudek mit dem Titel Kulturbastard, der im Februar 1911 im Slavischen Tagblatt erschien, und dessen Hauptfigur der aus Gaya (Kyjov) stammende Dichter Hugo Sonnenschein ist. „Die Bezeichnung ‚Kulturbastard‘, wie sich der Dichter in schüchterner, selbstironisierender Traurigkeit nennt, trifft nicht nur zu, wenn man die bunten nationalen, religiösen und sozialen Elemente, die diesen Dichter zusammengewürfelt haben, ins Auge faßt, sie gewinnt auch ihre symbolische Bedeutung, wenn man seine Art, die Lebenserscheinungen zu betrachten, kennzeichnen will. Jedem seiner Blicke auf ein Einzelnes, jedem seiner Urteile geht unbewußt eine Kreuzung unendlich vieler Anschauungen anderer voran. Kulturen einsamer Herzen, ebenso wie aller in der Masse und mit der Masse lebender Eiferer, haben zwar die größte Blutschande in ihm getrieben, bevor seine Synthesen geboren wurden. In diesem Buche lebt auch ein gutes Stück dessen, was die moderne čechische Literatur der Neunzigerjahre genährt hat, es gibt hier Gedichte, die an den früh verstorbenen Hlaváček, mahnen (Meine Sprache), an Stan. Karel Neumann, dem Sänger der ‚Apostrophy hrde a vašnivé‘, an Jiří Karásek, den berichtigten Dekadenten und den großen Barden Bezruč.“

Veronika Jařabová schreib über das Prager jüdische Großbürgertum im 19. Jahrhundert (9. 10. 2019)

Der heutige Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum ist eine Buchbesprechung von Veronika Jařabová zur Publikation Nur eine "Geld-Emancipation"? Loyalitäten und Lebenswelten des Prager jüdischen Großbürgertums 1800–1867 der Autorin Martina Niedhammer aus dem Jahre 2017. „Das Grundgerüst des ganzen Textes bildet Niedhammers innovatives Konzept, mit dem sie diverse Aspekte der „Lebenswelten“ ausgewählter ProtagonistInnen des Prager jüdischen Großbürgertums (nicht nur) mithilfe von Topografie beleuchtet. Die Verbindung zwischen den AkteurInnen und bestimmten Orten, die sie symbolisch auf eine ganze soziale Schicht überträgt, hat einen stark metaphorischen Charakter.“

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