Aktuelles im IPSL

Veronika Jařabová schreibt über das Prager jüdische Großbürgertum im 19. Jahrhundert (9. 10. 2019)

Der heutige Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum ist eine Buchbesprechung von Veronika Jařabová zur Publikation Nur eine "Geld-Emancipation"? Loyalitäten und Lebenswelten des Prager jüdischen Großbürgertums 1800–1867 der Autorin Martina Niedhammer aus dem Jahre 2017. „Das Grundgerüst des ganzen Textes bildet Niedhammers innovatives Konzept, mit dem sie diverse Aspekte der „Lebenswelten“ ausgewählter ProtagonistInnen des Prager jüdischen Großbürgertums (nicht nur) mithilfe von Topografie beleuchtet. Die Verbindung zwischen den AkteurInnen und bestimmten Orten, die sie symbolisch auf eine ganze soziale Schicht überträgt, hat einen stark metaphorischen Charakter.“

Manfred Weinberg schreibt über Franz Kafka zum zweiten Mal (26. 9. 2019)

Den ersten Kafka-Beitrag von Manfred Weinberg für das deutsch-tschechische E*forum ergänzt die heutige Besprechung zu Markus Grafenburgs Dissertation Gemeinschaft vor dem Gesetz. Jüdische Identität bei Franz Kafka aus dem Jahre 2016. „Während es den der Biographie Kafkas geltenden Kapiteln gelingt, die Frage nach der ‚Conditio moderna Judaica‘ als Lebensthema Kafkas zu erweisen (auch wenn die Diagnose der Monokausalität eine der in der Kafka-Forschung üblichen Übertreibungen darstellt), unterstehen die Interpretationen dem Verdikt von Manfred Engel: Alles ist schon vorentschieden. Der vorausgesetzten These wird die genaue Lektüre geopfert und nur das in die Analysen aufgenommen, was sie stützt.“

Manfred Weinberg schreibt über Franz Kafka (11. 9. 2019)

Heute eröffnen wir die zweiteilige Beitragsreihe für das deutsch-tschechische E*forum von Manfred Weinberg zu Franz Kafka. Der erste Text ist eine Buchbesprechung zum Buch Franz Kafka: Der ‚Landarzt‘-Zyklus. Freiheit – Schrift – Judentum von Marcel Krings, das vor zwei Jahren in Heidelberg herausgegeben wurde. „Manfred Engel hat die Schnittmenge der unterschiedlichen Deutungsansätze, mit denen die Kafka-Forschung auf diese Malaise reagiert hat, so resümiert: Gemeinsam sei ihnen, „dass sie [...] das ‚Eigentliche‘ ‚hinter‘ oder ‚unter‘ der ‚uneigentlichen‘ Textoberfläche nicht wirklich suchen, sondern bereits gefunden haben. Vor jeder Interpretation wissen sie, worauf der Text hinausläuft, hinauslaufen muss – und der Interpretationsakt besteht hauptsächlich darin, einen (mehr oder weniger) plausiblen Bezug zwischen der Textoberfläche und dieser ‚Bedeutung‘ herzustellen.“ (Kafka lesen – Verstehensprobleme und Forschungsparadigmen. In: Bernd Auerochs / Manfred Engel: Kafka-Handbuch, Stuttgart: Metzler, 2010, S. 424) Auf diese Weise lässt sich alles in Kafkas Texte hineinlesen. Das immerhin zeigt die hier zu besprechende Studie (Marcel Krings: Franz Kafka: Der ‚Landarzt‘-Zyklus. Freiheit – Schrift – Judentum [Heidelberg: Universitätsverlag Winter, 2017]) mit den am Anfang jeder Interpretation stehenden Forschungsüberblicken in großer Prägnanz.“

Václav Maidl schreibt über die Dichter des Elbgebietes (28. 8. 2019)

Diese Woche bringen wir im Rahmen des deutsch-tschechischen E*forum einen Beitrag von Václav Maidl zur Publikation von Lenka Kusáková mit dem Titel Rovinám rodným náleží písně mé... [Ich singe meine Lieder der Ebenen / meiner Heimat]. „Die Publikation trägt somit unabsichtlich zur territorialen, nicht sprachlichen Auffassung der Literatur bei (in der Reihe Dichter des Elbgebietes, herausgegeben von dem oben genannten Verlag, handelt es sich bereits um den 16. Band und innerhalb des Verlagsprogrammes um insgesamt den vierten, der sich dem literarischen Gedächtnis dieser Gegend widmet). Trotzdem stolpert man über das Sprachkriterium (Literatur wird dennoch in einer Sprache geschrieben): die deutsch schreibenden Dichter des Elbgebietes erwarben ihren literarischen Ruhm hauptsächlich in Kulturzentren, die tschechischen Mitbürger in ihren jeweiligen Heimatorten (Kolín, Poděbrady) nahmen ihn wahrscheinlich nicht besonders wahr. Das Sprachkriterium stellt allerdings ein größeres Hindernis dar als gedacht.“

Lenka Vodrážková vergleicht Tschechisch und Deutsch als Fachsprachen (7. 8. 2019)

Im aktuellen Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum widmet sich Lenka Vodrážková der Publikation Tschechische und deutsche Wissenschaftssprache im Vergleich. Wissenschaftliche Artikel der Linguistik der Autorin Agnes Goldhahn, die das Tschechische und Deutsche als Fachsprachen vergleicht. „Der deutsch-tschechisch Vergleich wird jedoch durch viele zeitgenössische monolinguale Beschreibungen verzerrt, die auf diverse Theorien, Methodologien und Terminologien zurückgehen. Als Folge eines bereits in den 1970er Jahren beginnenden, deutlichen Übergangs von der System- zur Parole-Beschreibung (im Falle des Textes sowie der Sprachhandlung) verlagerte sich das Interesse der Konfrontationsforschung vom Vergleich sprachlicher Strukturen hin zu textlinguistischen und pragmatischen Problematiken.“

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