Aktuelles im IPSL

Mirek Němec schreibt über Literaturreiseführer (29. 7. 2020)

Im Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums erfahren wir in dieser Woche von der Dissertation von Eva Sturm mit dem Titel Orte der Erinnerung. Eine Literaturstraße durch Sachsen, Böhmen und Schlesien, die im letzten Jahr im Dresdner Verlag Thelem erschien. „Ohne Zweifel kann ihr Vorhaben, die akademische, literaturwissenschaftliche Sphäre mit dem Alltag zu verbinden, nützlich sein. Doch ist es fraglich, ob das von der Dresdner Germanistin dargelegte touristische Konzept einer Literaturstraße durch drei historische Länder – Böhmen, Sachsen und Schlesien – überhaupt tragbar und damit sinnvoll sein kann.“

Vlasta Reittererová schreibt über Kafkas Verhältnis zur Musik (15. 7. 2020)

Der neueste Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums beschäftigt sich mit dem von Steffen Höhne und Alice Stašková 2018 in der Editionsreihe Intellektuelles Prag im 18. und 19. Jahrhundert herausgegebenen Sammelband Franz Kafka und die Musik. „In Kafka treffen viele Merkmale des kulturell-nationalen Klimas der deutsch-jüdisch-tschechischen Lebenswelt der Jahrhundertwende mit all ihrer Vielschichtigkeit, inspirativen Ausstrahlung sowie ihrer Widersprüchlichkeit aufeinander. Kafkas Werk kann von unterschiedlichen Perspektiven aus betrachtet und in diversen Kontexten interpretiert werden. Er wurde zum Maßstab der Literatur seiner Zeit und lässt sich als Produkt dieser Zeit auffassen, jedoch zugleich auch als eine Ausnahme, die über die Epoche hinausverweist. Es gibt hierbei jedoch immer noch Leerstellen, so etwa Kafkas Beziehung zur Musik.“

Zuzana Jürgens schreibt über das neueste Buch Martin Beckers (1. 7. 2020)

Im aktuellen Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums widmet sich Zuzana Jürgens dem Buch Warten auf Kafka von Martin Becker, das letztes Jahr im Münchner Verlag Luchterhand erschien und eine Collage aus Essays über die tschechische Literatur und deren Vertreter enthält. „Für diejenigen, die die tschechische Literatur bereits kennen, mag Warten auf Kafka als eine Art Spiegel für die eigene Zuneigung, für die eigene Beziehung zu ihr, dienen. Für diejenigen, die wie Martin Becker den Generationen nicht mehr angehören, die ihr Wissen von der tschechischen Kultur und Literatur aus dem Kontext historischer Ereignisse bezogen, und deren Vorkenntnisse eher gleich Null sind (davon zeugt die jahrelange Erfahrung aus den Universitätsseminaren), kann dieses Buch tatsächlich einen ersten Einstieg in die ‚anderen‘ tschechischen Welten anbieten. Als ein leidenschaftliches, fundiertes, am eigenen Leib erlebtes Bekenntnis zur ‚tschechische[n] Art des Schreibens‘ (S. 22) und überhaupt der tschechischen Lebenswelt, das auch deswegen glaubwürdig wirkt, da es von außen kommt.“

Jan Budňák schreibt über die deutschwalachische Literatur (10. 6. 2020)

Der neueste Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums ist zwei Publikationen des Zlíner Germanisten Libor Marek gewidmet, die sich mit der deutschwalachischen Literatur befassen. Beide erschienen im Verlag der Tomáš-Baťa-Universität in Zlín im Jahre 2018 und die Titel lauten: Zwischen Marginalität und Zentralität und Bilder und Stimmen des anderen deutschen Ostens. „Mit seiner Monografie über die deutschwalachische Literatur und dem dazugehörigen Lesebuch legt der Autor jedoch zweifellos Material vor, das für weitere Forschungen unerlässlich sein wird, seien sie ähnlich oder anders konzipiert. Seine Typologie der Trajektorien (Bourdieu) von Akteuren des sprachlich minoritären Segments einer Regionalliteratur ist auch für weitere Überlegungen zum Verhältnis von Literatur, Regionalität/Zentralität und Ein-/Mehrsprachigkeit sehr gut nutzbar.“

Štěpán Zbytovský schreibt über Paul Adler (27. 5. 2020)

Im Rahmen des deutsch-tschechischen E*forums erscheint der Beitrag von Štěpán Zbytovský zu zwei Publikationen, die sich mit dem Werk des Schriftstellers, Journalisten und Übersetzers Paul Adler befassen, und zwar der erste Band der von Annette Teufel herausgegebenen Gesammelten Werke mit dem Titel Nämlich, und die Ausgabe ausgewählter Werke Absolute Prosa. Elohim, Nämlich, Die Zauberflöte und andere Texte, die 2018 Claus Zittel herausgab. „Das wissenschaftliche Interesse an der deutschsprachigen Literatur der böhmischen Länder brachte in den letzten Jahren eine nicht unbeträchtliche Menge von Materialentdeckungen und konzeptuell anregenden Arbeiten hervor. Ein Effekt davon ist die erhöhte Sichtbarkeit von bemerkenswerten Autoren und Texten. Voraussetzung für die Wiederbelebung eines breiteren Interesses an ihnen ist die Zugänglichkeit der Texte in qualitativ hochwertigen und benutzerfreundlichen Editionen. Dies gilt bis jetzt aber nur in eingeschränktem Maße für große Namen wie Leppin, Winder oder Ernst Weiß. Im Gegensatz zu diesen Beispielen kann man sagen, dass es dank der Ausgaben von Claus Zittel und Annette Teufel bei Paul Adler nun anders ist.“

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