Aktuelles im IPSL

Tea Červenková schrieb über Franz Werfel (26. 2. 2020)

Der erste Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum in der Rubrik Es schrieben in diesem Jahr ist der vergessenen vielseitigen Persönlichkeit Tea Červenkovás und ihrem Bericht über die Lesung Franz Werfels im Prager Mozarteum 1914 gewidmet. „Franz Werfel ist jung, mollig, wollig, rosig und jung, mollig, wollig und rosig ist auch sein Musenkind. Auch seine Stimme ist jung und wohl klingelnd, seine Sprechweise sehr schön. Und wenn er sein unzügeltes, draufgängerisches Temperament mit den Jahren, künstlerisch moderieren, dämpfen wird, kann er tatsächlich als Rezitator etwas bedeuten.

David Sogel schreibt über die österreichisch-tschechische Geschichte (12. 2. 2020)

Der neue Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum ist dem Buch Nachbarn. Ein österreichisch-tschechisches Geschichtsbuch gewidmet, die Niklas Perzi, Hildegard Schmoller, Ota Konrád und Václav Šmidrkal im Wiener Verlag Bibliothek der Provinz herausgaben. „Das Buch besteht aus dreizehn eigenständigen Einheiten, die von tschechischen und österreichischen AutorInnen gemeinsam verfasst wurden. Diese nicht nummerierten Kapitel sind thematisch und chronologisch geordnet und knüpfen im Großen und Ganzen an die Begriffe Nation und Staat an, wie sie in der Einleitung definiert werden (S. 11–13). Die AutorInnen sind sich laut eigener Darstellung der Problematik der Verwendung dieser Begriffe bewusst, die mit Blick auf die Staatsgebilde des 20. Jahrhunderts unterschiedlich verstanden werden und unterschiedliche Konnotationen haben können und gehen deshalb bei den Vergleichen von einer territorialen Auffassung von Staat und Nation aus (S. 12). Den Begriff Nation verstehen sie nicht als eine stabile Kategorie, denn vor 1918 gab es so etwas wie eine österreichische Nation noch nicht, im tschechischen Kontext wiederum handelt es sich um eine rein mit Sprache und historischem Gebiet verbundene Kategorie. Mit Verweis auf diesen Umstand wird in diesem Werk die Geschichte der heutigen Slowakei, Ungarn u. a. nicht herausgearbeitet, obwohl sie für eine gewisse Zeit zu einem der Staatsgebilde gehörten (S. 12).“

Der Otokar-Fischer-Preis – 3. Jahrgang (31. 1. 2020)

Das Institut für Literaturforschung vergibt in diesem Jahr bereits zum dritten Mal, erstmals zusammen mit dem Münchner Adalbert Stifter Verein einen Preis für je eine herausragende deutschsprachige und tschechischsprachige geisteswissenschaftliche Arbeit zu germanobohemistischen Themen. Ziel des Preises ist es, die bedeutendsten deutschsprachigen Arbeiten mit tschechischer Thematik auszuzeichnen und zugleich auf tschechischsprachige Arbeiten aufmerksam zu machen, die zu einer tieferen Kenntnis der Geschichte der deutschsprachigen Bevölkerung in den böhmischen Ländern beitragen. Der Preis, der nach dem bedeutenden Bohemisten, Germanisten und Förderer der sogenannten „Germanoslavica“ Otokar Fischer benannt ist, wird in Anwesenheit der Preisträger und der Jury am 21. 5. 2020 im Goethe Institut Prag feierlich überreicht. Mehr Informationen unter www.ipsl.cz/ofp, eine Pressemitteilung finden Sie hier / im Anhang. Einsendeschluss für Vorschläge ist der 21. Februar 2020.

Václav Petrbok schreibt über das Buch Die Sprache als Fetisch (29. 1. 2020)

Im neuesten Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum kommen wir zur Publikation von Václav Velčovský mit dem Titel Jazyk jako fetiš. Texty o Češích a českých Němcích 1880–1948 [Die Sprache als Fetisch. Texte über die Tschechen und die böhmischen Deutschen 1880–1948], die die Karls-Universität im letzten Jahr herausgab. „Gleich am Anfang der Publikation führt uns Velčovský in media res durch die Überlegungen über das ‚Kaleidoskop‘ der Geschichte ein. Bereits in diesen Bemerkungen finden wir eine ganze Reihe von Termini, die auf eine sehr autoritative, nicht besonders vertrauenerweckende Art und Weise definiert werden (z. B. geht es um die zwar deklarierte, jedoch inkonsequente Differenzierung zwischen den Begriffen ‚Tschechen‘ versus ‚Böhmen‘ oder über die Gleichsetzung des Begriffs ‚der Deutsche‘ mit allen deutschsprachigen Sprechern – also auch den Österreichern oder den deutschen Einwohnern der Böhmischen Länder, der sog. Deutschböhmen).“

Lena Dorn schreibt über Vladimír Holan (15. 1. 2020)

Der aktuelle Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum beschäftigt sich mit der Vladimír-Holan-Werkausgabe, herausgegeben von Urs Heftrich und Michael Špirit, mit Schwerpunkt auf Band 11 mit dem Titel Das Vorletzte. Gesammelte Werke / Band 11: Lyrik VIII: 1968–1971, mit Übersetzungen von Věra Koubová. „Der Bedeutung und Art der Übersetzung kann man sich von verschiedenen Seiten nähern. Holans Texte so umfangreich zu übertragen bedeutet auch eine Ehrung Holans als Lyrikübersetzer. Das literarische Übersetzen ist aus seinem Schaffen nicht wegzudenken; hervorgehoben werden für gewöhnlich seine (besonders zahlreichen) Übersetzungen von R. M. Rilke, von dem sein Werk beeinflusst ist. Das Slovník české literatury po roce 1945 (‚Lexikon der tschechischen Literatur nach 1945‘) listet noch sehr viele weitere Übersetzungen aus verschiedenen Sprachen und Jahrhunderten auf, darunter etwa Nikolaus Lenau, Luis de Góngora y Argote, Michail J. Lermontow, Nezāmi von Gandscha, Charles Baudelaire, Jean de La Fontaine, Adam Mickiewicz, William Wordsworth u.v.m.“

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