Aktuelles im IPSL

August B. Wolf schrieb über Hermann Broch (7. 5. 2020)

Im neuen Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums findet der Leser drei Texte von August B. Wolf, die in der Prager Presse in den Jahren 1931, 1932 und 1934 abgedruckt und Hermann Broch gewidmet wurden. „Die Bereitschaft, die Hermann Broch von seinem Leser beansprucht, führt über das bloß Interessante der Begebenheiten hinweg zu einer Deutung dieser Zeit, in der selbst wieder ein konstruktiver Wille den Aufbau vollzieht. Was schlafwandelnd den Impuls leitet, ist in einer Region des Denkens gedeutet, beides in seiner Intensität gleich geltend, so daß eines das andere durchdringt und eine Gleichzeitigkeit das Geschehnis umspielt, die den Augenblick über sein Momentanes erhellt.“

Anna Knechtel schreibt über Ota Filip und Horst Bienek (22. 4. 2020)

Im aktuellen Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums widmen wir uns detaillierter zwei Autoren der deutsch geschriebenen Literatur der Nachkriegszeit Ota Filip und Horst Bienek, über die Jan Kubica in seiner neuen Studie Die Lebenswelt der Dreißiger- und Vierzigerjahre des 20. Jahrhunderts in multikulturellen Regionen Mitteleuropas anhand autobiografischer Prosaliteratur deutsch(schreibend)er Autoren: Ota Filip, Horst Bienek und weitere schreibt. „Für das Vorhaben Jan Kubicas eignen sich die Biographien und Werke der beiden Schriftsteller Ota Filip und Horst Bienek, die beide im Jahr 1930 zur Welt kamen, in besonderer Weise: Nur knapp 80 km voneinander entfernt, liegt Bieneks Heimatstadt Gleiwitz/Gliwice/Hlivice heute in Polen, Filips Geburtsort Mährisch-Ostrau/Ostrava in der Tschechischen Republik. Als Kinder und Jugendliche jedoch lebten sie in heute nicht mehr existierenden Staaten: Horst Bienek war Bürger des Teils Oberschlesiens, der 1920 durch Volksabstimmung beim Deutschen Reich verblieb, nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 aber zu Polen kam, während Mährisch-Ostrau zur Kinderzeit Ota Filips zur 1918 gegründeten Tschechoslowakei gehörte, die ab 15. März 1939 als Protektorat Böhmen und Mähren unter der Herrschaft NS-Deutschlands stand und nach dem Zweiten Weltkrieg von Neuem Teil der wieder errichteten Tschechoslowakei wurde.“

Jana Dušek Pražáková schreibt über den vergessenen Roman Auguste Hauschners (8. 4. 2020)

Der neue Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums ist eine Buchbesprechung von Jana Dušek Pražáková zum Roman Auguste Hauschners mit dem Titel Der Tod des Löwen (1916), der mit Unterstützung des Prager Literaturhauses deutschsprachiger Autoren im letzten Jahr erschien. „Die aktuelle Ausgabe des Romans Der Tod des Löwen wird von den elf Radierungen illustriert, die der bekannte Grafiker Hugo Steiner-Prag bereits für die erste Ausgabe im Verlag Egon Fleischel & Co in Berlin fertigte. Der Text folgt der zweiten Ausgabe von 1922. Die Handlung spielt in Prag zu Beginn des 17. Jahrhunderts und erzählt von den letzten Tagen des seelisch kranken Rudolf II. Dieser hatte 1583 wegen familiärer Intrigen und der Bedrohung durch das Osmanische Reich den kaiserlichen Hof nach Prag gebracht. Er ließ sich hier eine Residenz errichten und holte Botschafter, Gelehrte und Künstler herbei. Gerade das rudolfinische Prag ist ein bedeutender Topos in vielen deutschsprachigen literarischen Werken, die die jüdische Geschichte verarbeiten.“

Mirek Němec schreibt über Václav Smyčkas Dissertation „Gedächtnis der Vertreibung“ (25. 3. 2020)

Im neuen Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums widmet sich Mirek Němec der Dissertation Václav Smyčkas mit dem Titel Gedächtnis der Vertreibung, die im letzten Jahr im trancript Verlag erschienen ist. „Smyčkas Studie inspiriert in mehrfacher Hinsicht zu weiteren Fragen und vor allem Forschungen, wobei er die Latte, nach der sich weitere Arbeiten werden messen lassen müssen, hoch gelegt hat. Weil das Thema immer noch ein beliebtes Thema von verschiedenen Qualifizierungsarbeiten ist, wird ihre Auseinandersetzung mit Smyčkas Nachdenken zu einem wichtigen Bewertungskriterium eigener Bemühungen.“

Václav Maidl schreibt über das Kleinere Büchlein von Pavel Kosatík (11. 3. 2020)

Der aktuelle Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums ist die Buchbesprechung von Václav Maidl zum „Kleineren Büchlein über deutsche Schriftsteller aus Böhmen und Mähren“ Menší knížce o německých spisovatelích z Čech a Moravy  von Pavel Kosatík, das im Jahre 2017 schon in zweiter Auflage erschien. „Pavel Kosatík ist vor allem als Autor von Biografien bekannt, die er in einen breiteren geschichtspolitischen und gesellschaftlichen Kontext einbindet. Für ein Buch über ein ganzes literarisches Gebiet (in thematischem und geografischem Sinne) musste er einen besonderen Grund haben. Dieser erwächst aus der Erkenntnis, dass die tschechische Gesellschaft trotz ihres steigenden Interesses in ihrer Gesamtheit – sei es bewusst oder unbewusst – die Existenz der einheimischen deutsch geschriebenen Literatur (beziehungsweise Kultur) nicht zu schätzen weiß. Kosatík empfindet dies als eine Schuld, die ‚beglichen werden muss‘, und beobachtet hier während fünfzehn Jahren keinen großen Wandel (das Vorwort zur 2. Ausgabe ist wortwörtlich aus der 1. Ausgabe übernommen), obwohl aus der Erweiterung des Textes und der Bereicherung der Literaturliste um weitere Titel deutlich wird, dass in der Tschechischen Republik auf diesem Gebiet in den 10er Jahren des 21. Jahrhunderts auch etwas geschehen ist und er nicht der einzige ist, der diese Schuld begleicht.“

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