Aktuelles im IPSL

Václav Petrbok schreibt über Josef Führich (17. 1. 2018)

Im aktuellen Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums befasst sich Václav Petrbok mit der Persönlichkeit des Malers und Graphikers Josef Führich und mit der ihm gewidmeten Publikation von Pavla Michalíková und Petr Tomášek Josef Führich (1800–1876): z Chrastavy do Vídně – Joseph Führich (1800–1876): von Kratzau nach Wien. „Die spannenden Ausführungen beider Autoren über Leben, Werk und Rezeption dieses wichtigen bildenden Künstlers der damaligen Zeit zeigen, dass sich Führich – sowie auch viele andere Akteure – vor allem an der ‚deutschen Kulturnation‘ orientierte. Seine Sympathien für die einflussreichen klassisch-romantischen Konzepte gehen nicht nur aus seinem künstlerischen Werk hervor, sondern tauchen auch in seinen Lektürenotizen oder in seinen Kommentaren zu damaligen Kunstdebatten auf.“

Jitka Ludvová schreibt über die Korrespondenz zwischen Friedrich Torberg und Hugo Haas (3. 1. 2018)

Das deutsch-tschechische E*forum bringt in seinem ersten Beitrag des Jahres 2018 die Rezension von Jitka Ludvová zu der Publikation „Milá Pampeliško“ – „Lieber Hugo“. Die Korrespondenz zwischen Hugo (sowie Bibi) Haas und Friedrich Torberg, herausgegeben von Katja Karnjak im Verlag der Palacký-Universität in Olmütz. „Die Briefe halten anschaulich fest, welchen Bogen die Leben beider Protagonisten in zwanzig Jahren umschrieben. Beide flüchteten ins Unbekannte, geplagt von den Sorgen um ihre Prager Familien, die fast alle in den Gaskammern umkamen.“ „Der größte Teil der Korrespondenz betrifft die aktuellen Ereignisse im professionellen Leben beider Akteure. Es mischen sich Nachrichten über bevorstehende Veranstaltungen, ein wenig Klatsch, Empfehlungen wichtiger Bezugspersonen, zahlreiche Berichte über Kontakte mit anderen Pragern in Amerika. All das kann helfen, einige Bücher und Filme zu datieren oder bestimmte Situationen zu erklären.“

Ludwig Winder schrieb Oesterreicheln (20. 12. 2017)

Im diesjährigen abschließenden Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum widmet sich Michal Topor der Skizze Oesterreicheln, die Ludwig Winder im Jahre 1917 für die Deutsche Zeitung Bohemia schrieb. „Noch im August 1915 versuchte der Journalist und Prosaiker Ludwig Winder (geb. 1889 in Šafov/Schaffa) sich dem Militarismus der neuen Regierung mit einer Bemerkung zum guten alten Österreichbegriff entgegenzustellen. ‚Wir waren doch immer die geschmackvollen, wohlerzogenen Österreicher (so nannten uns die Brüder im Reich bewundernd, mit leisem Spott): wollen wir nicht lieber dabei bleiben? ‘, fragte er (Deutsche Zeitung Bohemia, 15. 8. 1915); zit. nach Kurt Krolop: Ludwig Winder. Sein Leben und sein erzählerisches Frühwerk (/1967/, hg. von Jörg Krappmann u. Jaromír Czmero, Olomouc, 2015, S. 54). Ende des Jahres 1917 verwendete er den Österreichbegriff anders, mit einer deutlichen (ironischen) Aversion gegenüber der Charakterisierung, wie sie sich im preußischen Diskurs etabliert hatte. In seiner Reflexion mit dem Titel Oesterreicheln (DZB 90, 1917, Nr. 352, 25. 12., S. 5), die wir hier anführen, rief er zu einer neuen, stärker in der Realität des Kriegsleids verankerten Inkarnation des Begriffs auf.“

Olga Kovaříková schreibt über Friedrich Feigl (6. 12. 2017)

Im neuen Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums stellt Olga Kovaříková eine Publikation zur Persönlichkeit des Malers und Graphikers Friedrich Feigl vor, die von dem amerikanischen Kunsthistoriker Nicolas Sawicki herausgegeben wurde. „Der Wert dieser Monografie besteht vor allem darin, dass sie vier verschiedene, resümierende Sichtweisen auf einen Künstler und Weltenbummler von deutsch-tschechisch-jüdischer Herkunft und großem Organisationstalent bietet, der sich durch eine faszinierende Persönlichkeit und bewunderungswürdige Anpassungsfähigkeit an sein Umfeld auszeichnete, gleichzeitig jedoch sonderbar resistent war gegen die Wandlungen seiner Zeit (und dies nicht nur in künstlerischer Hinsicht).“

Steffen Höhne schreibt über den Prager Kreis (22. 11. 2017)

Der neue Beitrag des deutsch-tschechischen E*forums widmet sich der literaturwissenschaftlichen Dissertation Operation Literatur. Zur Interdependenz von literarischem Diskurs und Schmerzdiskurs im ‚Prager Kreis‘ im Kontext der Moderne. Sandy Scheffler ist die Autorin der Veröffentlichung aus dem Jahre 2016, deren Gegenstand die Funktion von Schmerz in Beziehung zur Literatur ist. „Es geht der Verfasserin dabei, wie es in der Einleitung heißt, um die Essenz des Schmerzes im literarischen Text (S. 11), also um eine Analyse von Charakteristika des Schmerzes bzw. eine Rekonstruktion des den literarischen Text beeinflussenden Schmerz-Diskurses und dessen (intendierte) Wirkung auf die Rezipienten (S. 10). Schmerz und die Auseinandersetzung mit ihm sind dabei kulturhistorisch und kontextuell determiniert (S. 12) bzw. nur im Kontext von Kultur und Zeit erfahrbar (S. 28), was insbesondere eine literaturwissenschaftliche Analyse als schlüssig erscheinen lässt, der es um die jeweiligen den Schmerz repräsentierenden Erzählstrategien, um die Funktionen des Schmerzes und um das Wissen und die Bedeutung von Schmerz in den Texten geht (S. 16).“

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