Aktuelles im IPSL

Lucie Antošíková schreibt über die Konferenz Wie schreibt man transkulturelle Literaturgeschichte? (6. 2. 2019)

Im Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum berichtet Lucie Antošíková diesmal über die im November 2018 stattgefundene Konferenz zum Thema Wie schreibt man transkulturelle Literaturgeschichte? „Obwohl diese wie auch die Titelfrage der Konferenz Wie schreibt man transkulturelle Literaturgeschichte? bis zum Schluss unbeantwortet blieben, zeigten die einzelnen Präsentationen und auch die Reaktionen aus dem Publikum deutlich, dass es in der Fachöffentlichkeit durchaus Bedarf an einer neuen Auffassung von Literaturgeschichte gibt. Spürbar war jedoch auch eine allgemeine Skepsis gegenüber der Erfüllung dieses Bedarfs in Form einer Literaturgeschichte, die die Literatur der Böhmischen Länder über die ganze Zeit ihrer Existenz hinweg und gleichzeitig in ihrer ganzen Breite, also einschließlich jeglichen Übergreifens nationaler Grenzen, umfassen würde.“

Lena Dorn schreibt über die Übersetzung von Literatur (16. 1. 2019)

Der aktuelle Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum ist der Übersetzung von Literatur nach Radek Malý gewidmet. Sein Buch Příběhy básní a jejich překladů (Geschichten von Gedichten und ihren Übersetzungen) bespricht Lena Dorn. „Das relativ kleine Buch gibt eine Ahnung von vielen Gedanken und Erkenntnissen, die im Prozess des Übersetzens eine Rolle spielen und einen Weg zur Wahrheit hin versprechen, die aber im fertigen Produkt, im fertigen Text, der Version, für die sich der Übersetzer dann entscheiden muss, nicht mehr als Bewegung erkennbar, sondern gleichsam im Moment erstarrt, gefestigt, ewig erscheinen müssen. Die Suchbewegung bleibt in der Poetik der Übersetzung aufgehoben. Das bedeutet auch, dass sie in der Poetik einer Übersetzung zugänglich gemacht werden kann, wie Radek Malý zeigt.“

Vojtěch Jirát schrieb über die deutschböhmische Literatur (31. 12. 2018)

Im letzten Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum in diesem Jahr legt Václav Petrbok einen Text von Vojtěch Jirát mit dem Titel Písemnictví československých Němců [Das Schrifttum tschechoslowakischer Deutscher] vor. „Die deutsche Literatur in Böhmen und Mähren erlebte ihre große Zeit um 1400, als hier das bedeutendste Werk der deutschen Frührenaissance, Der Ackermann aus Böhmen, entstand, ein gewaltiges Prosagedicht, das angesichts seiner historischen Bedeutung sowie seines poetischen Wertes lange keinen gleichrangigen Nachfolger fand; die Reformationszeit konnte nur durch Quantität, nicht durch Qualität konkurrieren (abgesehen von den Predigten des Joachimsthaler Lutherschülers Mathesius, der der deutschböhmischen Literatur eigentlich nicht zuzuordnen ist), in den folgenden Jahrhunderten folgte ein Niedergang, von dem weder das Verweilen führender deutscher Romantiker in unseren Ländern noch die Neigung zur Stammeseigenart die deutsche Literatur in Böhmen und Mähren zu retten vermochte.“

Jozo Džambo schreibt über „neue Bienen fremder Literaturen“ (20. 12. 2018)

Im neuen Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum widmet sich Jozo Džambo dem Buch „Neue Bienen fremder Literaturen“. Der literarische Transfer zwischen den slawischen Kulturen und dem deutschsprachigen Raum im Zeitalter der Weltliteratur (17701850), das im Jahre 2016 Gertraud Marinelli-König und Philipp Hofeneder herausgaben. „Die Vorstellung einer Publikation wie dieser, in der zwanzig Autorinnen und Autoren zu Wort kommen und höchst Interessantes und Informatives anbieten, kann nur unbefriedigend ausfallen, denn sie muss sich auf nur wenige Hinweise beschränken. Dem wissenschaftlichen „florilegium“ wird diese unvermeidliche Selektion gewiss Unrecht tun, aber auch das wenige Erwähnte soll auf diese hervorragende, gut durchdachte und mustergültig redigierte Publikation neugierig machen.“

Agnes Kim schreibt über das Deutschlernen „von unten“ (5. 12. 2018)

Der neue Beitrag des deutsch-tschechischen E*forum behandelt das Deutschlernen von unten, wie es in seiner Publikation Deutschlernen „von unten“: Böhmakeln und Kuchldeutsch das Autorenteam Bettina Morcinek, Veronika Opletalová, Helmut Glück a Karsten Rinas beschrieb. „In Ermangelung authentischer Quellen sichtet das Buch v. a. literarische Zeugnisse für „Böhmakeln“ und „Kuchldeutsch“, verortet sie historisch und im weiteren Sinne auch literaturgeschichtlich. Daran schließt eine beispielreiche Aufzählung sprachlicher Phänomene an, die als für die Bezugsregister typisch erachtet werden. An die rund 150-seitige, in sechs Teilkapitel gegliederte fachliche Abhandlung schließt ein Abdruck ausgewählter Quellen selben Umfangs an. Die dem Buch beiliegende CD (24 Ton- und Musikbeispiele) soll einen Eindruck vom Klang der untersuchten, primär historisch gesprochenen Register vermitteln.“

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